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Zwei Möglichkeiten, auf Ihrem Balkon leckeres Gemüse und Kräuter zu züchten

In Zeiten von Lebensmittelskandalen, von Glyphosat und billigsten Produktionsprozessen möchte man als Konsument am liebsten gar nicht mehr wissen, wo die Lebensmittel herkommen. Manch einer nimmt vielleicht die Scheuklappen ab und schaut sich im Supermarkt die Etiketten genauer an. 100% Bio. Goldene Gütesiegel. Das schlechte Gewissen scheint beruhigt, wenn man die 100%-Bio-Tomaten aus Italien in einer kompostierbaren Plastiktüte in den Einkaufskorb legt. Mit dem Wahnsinnsgefühl, nicht nur für sich, sondern auch für die Umwelt etwas Gutes getan zu haben, fährt man nach Hause.

Viele setzen dann die Scheuklappen wieder auf. Der Verbraucher kann schließlich nichts ändern an der Situation und irgendetwas muss man ja essen. Man ist den Produzenten ausgeliefert.

Soll ich etwa mein eigenes Essen anbauen?

Ein Gedanke formt sich.

Warum eigentlich nicht?

100% Bio wäre dann jedenfalls garantiert.

Aber in meiner Wohnung mit dem Minibalkon kann ich das vergessen.

Schon mal von einem Hochbeet oder einer Kräuterspirale gehört?

Diese beiden Dinge sind die optimale, platzsparende Möglichkeit, Ihr eigenes Gemüse und Kräuter auf dem Balkon anzubauen.

Die Kräuterspirale

Wie es der Name schon andeutet, wird bei der Kräuterspirale (auch Kräuterschnecke genannt), das Saatgut oder die Setzlinge auf einer dreidimensionalen Spirale ausgebracht.

Der Boden in der Spirale wird dabei nach oben hin immer mehr mit Sand durchmischt, damit er durchlässiger wird. Das bedeutet, dass im unteren Bereich der Spirale durch ein Wasserreservoir sehr nasse Bedingungen herrschen und es trockener wird, je weiter nach oben es geht.

Auf diese Weise kann man verschiedenste Kräuterarten anbauen, die unterschiedliche Bedingungen zum Wachsen brauchen. Ganz unten fühlt sich die Brunnenkresse am wohlsten, in der Mitte die Petersilie und das Basilikum, und ganz oben der Thymian.

Das Hochbeet

Wer Gemüse anpflanzen möchte, fährt mit einem Hochbeet genau richtig. Nicht nur schont es den Rücken, weil man sich beim Gärtnern weder bücken noch das Beet umgraben muss, sondern es ist auch ein wahres Platzwunder, ideal um dem Balkon der Stadtwohnung ein ländliches Flair zu verpassen. Schnecken und Unkraut finden sich hier in der Regel auch selten.

Gefüllt wird das Hochbeet in der unteren Schicht mit kleinen Ästen, darüber wird Pflanzerde geschichtet. Dann können sie sich ans Bepflanzen machen. Tomaten vertragen sich im Hochbeet sehr gut mit Radieschen, Knoblauch oder Möhren. Regelmäßig gedüngt wird mit Kaffeesatz oder biologischem Dünger. Ist die Erntesaison vorüber, wird nachgefüllt: Kaffeesatz und Herbstlaub sind ideal. Es ist nicht erforderlich, neue Gartenerde zu kaufen. Einfach die bestehende Erde mit dem Kompost durchmischen und schon ist das Hochbeet wieder fit für die nächste Saison, oder sogar für Wintergemüse wie Feldsalat oder Endivien.

Ein Gütesiegel ist hier nicht mehr nötig. Denn Sie wissen, dass Sie all die Leckereien über Wochen mit viel Liebe und Pflege zu dem hochgezogen haben, was sie heute sind: 100% Bio.